Geschichte

Pfarrer Johann Friedrich

Der elsässische Pfarrer Johann Friedrich Oberlin (1740 – 1826) erlangte Anerkennung durch die Gemeinde-, Armen- und Krankenpflege sowie Volkswohlfahrt und gilt als Begründer der organisierten Kleinkinderfürsorge in Europa. Nach ihm wurden zahlreiche Einrichtungen zur Ausbildung und Betreuung von Kindern benannt.

So auch der im Jahre 1871 gegründete Oberlinverein.

Im Jahr 1879 ließ der Oberlinverein im armen Weberstädtchen Nowawes das Diakonissenmutterhaus ,,Oberlinhaus" errichten. Mit der Aufnahme eines körperbehinderten Jungen im Jahr 1886 und des taubblinden Mädchens Hertha Schulz im Jahr 1887 begann die sonderpädagogische Arbeit im Oberlinhaus.

Historisches Foto der Lehrwerkstatt im Oberlinhaus

Seit 1894 wurden jährlich etwa 100 Kinder im ersten deutschen Krüppelheim und im 1899 errichteten Schulgebäude sonderpädagogisch gefördert. Bis 1962 war das Oberlinhaus die einzige Einrichtung für taubblinde Menschen in Deutschland.

Heute möchte die Oberlinschule als Förderschule Lern-, Lebens- und Handlungsraum für Kinder und Jugendliche mit Körperbehinderung, Mehrfachbehinderung sowie Hörsehbehinderung sein. Dabei wird der Rehabilitation, Erziehung und Bildung zur Selbstentfaltung und der sozialen Eingliederung der Vorrang eingeräumt. Die Orientierung am Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit steht im Mittelpunkt.1952 wurde von der orthopädischen Klinik des Oberlinhauses die Schule für Körperbehinderte übernommen. 1991 erhielt das Oberlinhaus als eine der ersten Einrichtungen im Land Brandenburg die Genehmigung zur Führung der Oberlinschule als Förderschule für Körperbehinderte und 1992 deren staatliche Anerkennung als Ersatzschule.