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125 Jahre Taubblindenarbeit in Deutschland

28.09.2012
Festveranstaltung mit Podiumsdiskussion in Berlin

Gestern fand in der St. Matthäus-Kirche in Berlin die Festveranstaltung zum 125-jährigen Jubiläum der Taubblindenarbeit in Deutschland statt. Bei einer Podiumsdiskussion tauschen sich Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu aus, warum Barrierefreiheit mehr ist, als nur Rampen für Rollstühle zu bauen. Darüber hinaus wurden Ideen diskutiert, wie mehr Teilhabe ermöglicht und Barrieren in den Köpfen abgebaut werden können. Die Festveranstaltung war Höhepunkt der Themenwoche „125 Jahre Taubblindenarbeit in Deutschland“ unter der Schirmherrschaft von Eva Luise Köhler.

Dazu Matthias Fichtmüller, Theologischer Vorstand im Oberlinhaus: „Das, was wir in Deutschland brauchen ist keine Inklusionsdebatte, sondern eine Debatte über Bedingungslosigkeit. Das bedeutet, dass die Gesellschaft sich in einem Prozess dahingehend öffnet, dass es für Menschen mit Behinderungen keinerlei gesellschaftliche Bedingungen mehr gibt, um eine selbstbestimmte Teilhabe am Leben erleben zu können.“

Andreas Koch, Kaufmännischer Vorstand im Oberlinhaus, ergänzt: „Das Oberlinhaus ist in den letzten 125 Jahren in der Arbeit mit taubblinden Menschen häufig vorangegangen, wir haben uns Herausforderungen gestellt und manch eine Diskussion angestoßen. In dieser Tradition haben wir auch diese Diskussion über Barrierefreiheit gesehen.“

Claus Tigges, Präsident der Hauptverwaltung in Berlin und Brandenburg der Deutschen Bundesbank erläutert die Praxis in seinem Unternehmen: „In der Bundesbank haben von 10.000 Mitarbeitern derzeit 8,8 Prozent eine Behinderung. Es gibt zwar Tätigkeiten, die an mit bestimmten Einschränkungen nicht ausführen kann aber ich sehe keine grundsätzlichen Grenzen der Inklusion in unserem Unternehmen. Bei der Bundesbank ist eine Behinderung kein Aufstiegshindernis.“

Ein Umdenken der politischen Akteure forderte Keyvan Dahesch, Journalist und Autor und selbst von Geburt an blind: „Die Prioritäten in der Politik müssen anders gesetzt werden. Diejenigen, die mit der Wahrnehmung der Interessen behinderter Menschen beauftragt sind, müssen auch direkten Zugang zu den politischen Entscheidungsträgern haben – im Idealfall auch einen Sitz im Bundeskabinett.“

Abdruck honorarfrei, Fotoquelle: Dawin Meckel

Für Rückfragen: Ulrike Borrmann, Tel. 0331 763-5247, ulrike.borrmann<at>oberlinhaus.de

Willi Zylajew, Claus Tigges, Keyvan Dahesch, Prof. Dr. Jeanne Nicklas-Faust und Dieter Zelle (mit seiner Assistentin) (v.l.) diskutierten mit Moderatorin Sybille Seitz zum Thema Barrierefreiheit





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