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125 Jahre Taubblindenarbeit im Oberlinhaus

24.09.2012
Ministerpräsident würdigt im Gottesdienst fachliche Kompetenz

Vor 125 Jahren kam mit der zehnjährigen Hertha Schulz das erste taubblinde Mädchen in das Oberlinhaus. Mit ihrer Aufnahme in Potsdam wurde die systematische Förderung und Begleitung taubblinder Menschen in Deutschland begründet. Heute setzt die Arbeit mit modernen Materialien und innovativen Konzepten bereits im Kleinkindalter an.

Mit einem feierlichen Gottesdienst hat das Oberlinhaus in Potsdam-Babelsberg am heutigen Montag dieses Jubiläum der Taubblindenarbeit begangen. Die Schülerinnen und Schüler des Taubblindenschulbereiches der Oberlinschule haben die Veranstaltung mit einem musikalischen Programm mitgestaltet. Der Gottesdienst ist der Auftakt zur Themenwoche „125 Jahre Taubblindenarbeit in Deutschland“, die von der Oberlinstiftung veranstaltet wird und für die Eva Luise Köhler die Schirmherrschaft übernommen hat.

Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, hielt im Festgottesdienst in der Oberlinkirche die Predigt:

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck wandte sich in seiner Predigt direkt an die Beschäftigten des Oberlinhaus: „Zuwendung zu Hör-Seh-Geschädigten ist eine hohe Kunst und ein demütiger Dienst zugleich. Sie verlangt verlässliche Verfügbarkeit, Fingerspitzengefühl, Kreativität. Deshalb habe ich mich auf diesen Tag besonders gefreut. Denn er gibt mir Gelegenheit, Ihr Engagement ausdrücklich zu würdigen. Darin schließe ich die 1.700 Mitarbeitenden ein, die sich in den Bereichen Rehabilitation, Bildung und Gesundheit um 30.000 Patienten pro Jahr kümmern. Ihnen allen ein besonders herzliches Dankeschön!“ Platzeck fragte in seiner Predigt nach spürbarer Hilfe, die die Gesellschaft den Menschen mit dieser schweren Behinderung geben könne. Er plädiert für die Anerkennung der Taubblindheit als ´Behinderung eigener Art´ und dafür, auf Bundesebene spezielle Nachteilsausgleiche zu vereinbaren. „Denn wegen des gleichzeitigen Verlustes von Seh- und Hörvermögen können die Betroffenen keines ihrer Defizite durch den jeweils anderen Sinn ersetzen. Doch fehlende Sinne machen ein Leben nicht sinnlos. Deshalb bekräftige ich gern: Beim Bemühen um besondere Anerkennung haben Sie den Behindertenbeauftragten unseres Landes zur Seite.“ Der Ministerpräsident verwies zugleich auf die eigenen Anstrengungen des Landes um eine fürsorgliche Gesellschaft: „Auch in Brandenburg gelten Rechte und Chancen bedingungslos. Darum haben wir in den ersten Schulen den sogenannten inklusiven Unterricht eingeführt. An ihm nehmen Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung teil. Damit das für alle ein Erfolg wird, sorgen wir auch für die Ausbildung kompetenter Lehrkräfte. Jedem wird gleiche Wertschätzung zuteil. Die Landesregierung wirkt darauf hin, dass für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geschaffen werden. Und wir wollen, dass jeder auf seine Weise am öffentlichen Leben teilhaben kann. Deshalb achten wir auf inklusive Sozialräume und auf die selbstbestimmte Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung.“

Matthias Fichtmüller, theologischer Vorstand im Oberlinhaus, betonte die wegweisenden Angebote, die das diakonische Unternehmen immer wieder schafft: „Als wir vor 125 Jahren mit der systematischen Förderung und Begleitung taubblinder Menschen begonnen haben, waren diese Angebote einzigartig. Das bedeutet für uns im Jahr 2012, dass wir mithelfen alle Bedingungen abzubauen, die Menschen mit Behinderung abgrenzen. Das Oberlinhaus versteht Inklusion als Aufforderung zu Bedingungslosigkeit.“

Fotoquelle: Oberlinhaus, Abdruck honorarfrei

Ministerpräsident Matthias Platzeck predigte erstmals in einer Kirche





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